Beitrag vom 8. November 2018

Südostschweiz Lakers.

Das Grünfeld als sportliches Zentrum soll weiter wachsen: Auf städtischem Boden sollen eine Unihockey- und eine Eishockey-Trainingshalle entstehen. Die Jona-Uznach Flames und die Rapperswil-Jona Lakers wollen als Nachbarn voneinander profitieren.

Von Ramona Nock

«Der eine Zug rast schon, der andere soll nun an Fahrt gewinnen.» So umschreibt Stadtpräsident Martin Stöckling das Projekt der beiden Sportvereine, die im Grünfeld in Jona eine neue Halle bauen wollen – eine Doppelhalle. Die Rede ist vom Unihockeyverein Jona-Uznach Flames und den Rapperswil-Jona Lakers. Der «voranpreschende Zug» sind die Flames: Sie liebäugeln schon seit Längerem mit ihrem Wunschprojekt, einer eigenen Unihockey-Halle im Grünfeld. Mittels gross angelegtem Crowdfundig unter dem Slogan «ein Dach für die Flames» sammelten sie in den letzten Monaten 60 000 Franken (diese Zeitung berichtete mehrfach).

Mit auf den Zug aufgesprungen sind nun auch die Rapperswil-Jona Lakers. Sie streben eine zusätzliche Trainingshalle für Eishockeyaner und Eiskunstläufer an. Denn eines haben die beiden Sportvereine gemeinsam: Sie brauchen mehr Platz für die Nachwuchssportler.

Gestern präsentierten die beiden Vereine gemeinsam mit der Stadt ihr Vorhaben einer gemeinsamen Doppel-Trainingshalle. Zu stehen kommen soll die neue Doppelhalle auf dem Grundstück des heutigen Reitstalls im Grünfeld, direkt an der Oberseestrasse. Die Stadt ist seit 2010 Besitzerin des Landes, führt Stöckling aus: «Dies mit der klaren Absicht, eine strategische Landreserve in petto zu haben.» Die Betreiberin des Reitstalls habe dies gewusst. Nun wird der Reitstall weichen müssen. Dass Reitsportbegeisterte dies schmerzen dürfte, ist dem Stadtpräsidenten bewusst: «Es war letztlich eine Interessensabwägung.» Das Areal sei ideal für eine Umnutzung und um das Grünfeld als sportliches Zentrum zu stärken.

Eine Starthilfe von der Stadt

Das Gebiet, auf dem die Doppelhalle entstehen soll, umfasst rund 7500 Quadratmeter. Die Stadt will es den beiden Vereinen im Baurecht unentgeltlich abgeben. «Wir beteiligen uns sozusagen an ihrer Investition», sagt Stöckling. Für den Bau erhalten beide Vereine von der Stadt einen Beitrag von 1,5 Millionen Franken – quasi als Starthilfe. Im Gegenzug will die Stadt die Hallen je nach Bedarf auch selber nutzen können – beispielsweise für die Expo, führt Bauchef Thomas Furrer aus. Die Betriebskosten allerdings sind Sache der Vereine.

Die Stadt habe jedoch ein «Exit-Szenario», wie Stöckling erläutert. Man habe verschiedene Situationen durchgespielt. Was passiert, wenn sich einer der beiden Sportclubs unerwartet auflösen würde? Wenn der eine oder andere das Ganze finanziell nicht mehr stemmen könnte? Im Falle von finanziellen Schwierigkeiten würde die Stadt die Infrastruktur übernehmen.

Und so soll die neue Doppelhalle daherkommen: Der westliche Teil, die Trainingshalle der Lakers, ist 72 auf 48 Meter gross mit einer Raumfläche von rund 5500 Quadratmetern. Besonders hervorzuheben: Die Eishalle produziert mehr Energie als sie verbraucht. Die Abwärme könnte für die östlich angrenzende Unihockeyhalle genutzt werden. Jene soll ein Grossfeld und ein zusätzliches Kleinfeld umfassen.

Die Eishalle ist als ganzjährige Trainingshalle für den Nachwuchs der Lakers und der Eiskunstläufer gedacht. Auch Schulen sowie die breite Öffentlichkeit sollen die Eishalle nutzen können. Allerdings ersetze die neue Eishalle nicht das bestehende offene Eisfeld beim Lido.

Bürger haben das letzte Wort

Bevor der Neubau jedoch Form annehmen kann, braucht es grünes Licht von den Stimmbürgern. Voraussichtlich im nächsten Juni kommen die beiden separaten Vorlagen (für beide Hallen) vor die Bürgerversammlung Rapperswil-Jona. «Der Bürger soll dazu Stellung nehmen können», sagt Stöckling. Ungünstig wäre ein Ja zu nur einer Vorlage: Wegen der Synergien wäre es praktischer, das Hallenprojekt im Doppel voranzutreiben. Im besten Fall könnte der Spatenstich im letzten Quartal 2019, die Eröffnung 2020 erfolgen. In welchem Farbkleid und mit welchen Namen die Hallen optisch daherkommen werden, ist derzeit noch offen.

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By | 2018-11-10T10:58:21+00:00 8. November 2018|